Mein Weg – Björn Schröder, Coach in Harsefeld
Wie ich gelernt habe, Freund mit meinem eigenen Nervensystem zu werden
Wenn mich heute Menschen fragen, wer ich bin und was mich antreibt, muss ich ehrlich sein: Ich war nicht schon immer gelassen. Ich war nicht schon immer der verständnisvolle Begleiter, der ich heute bin. Ganz im Gegenteil.
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich gereizt, dauermüde und ehrlich gesagt oft genug ein echtes Arschloch – im Betrieb, im Alltag, gegenüber meinen Mitmenschen und mir selbst. Ich war dauerhaft wütend auf die Welt, genervt von Kleinigkeiten und zutiefst gefangen in dem Zwang, alles kontrollieren und in Sicherheit wissen zu müssen. Ich habe funktioniert, Dinge gejagt, Druck ausgeübt und mich nach außen hin gepanzert.

Der Wendepunkt: die Geburt meiner Tochter
Doch das ständige Getriebensein hinterlässt Spuren. Der wahre Wendepunkt kam mit einem der erschütterndsten und zugleich schönsten Momente meines Lebens: der Geburt meiner Tochter.
Als dieses kleine, unschuldige Wesen in mein Leben trat, hielt mir das Leben unbarmherzig den Spiegel vor. Mir wurde schlagartig klar, dass ich so nicht weitermachen konnte. Ich verstand tief im Inneren, dass Leben so viel mehr bedeutet, als nur Dingen hinterherzujagen. Ich fragte mich zum ersten Mal wirklich ehrlich: „Warum bin ich eigentlich immer so wütend? Warum geht mir alles auf die Nerven?“
Indem ich mich traute, mir diese Fragen überhaupt zu stellen, öffnete sich die Tür zu echten Antworten – und zu einer Freiheit, von der ich bis dahin nur geträumt hatte. Mein erstes Buch in dieser Phase war Eckhart Tolles „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“. Es war mein erster wacher Kontakt mit der Achtsamkeit.

Heute bin ich Freund mit meinem Nervensystem
Das ist nun über zehn Jahre her. Heute bin ich Freund mit meinem eigenen Nervensystem geworden. Ich habe gelernt, dass Gelassenheit nicht bedeutet, nie wieder Wut, Frust oder Gereiztheit zu spüren. Es geht um das Okay-Sein mit dem, was da ist. Sich gereizt fühlen zu dürfen – und wieder zur Ruhe zurückzufinden. Es ist der natürliche Ausgleich zwischen dem euphorischen Nach-vorne-Stürmen und der Sehnsucht nach Stille.
Ich habe über die Jahre verstanden, dass es nicht um das Eine geht. Es geht um das Viele und das Halten – das Dasein mit all diesen Dingen. Den angenehmen und den unangenehmen. Alle meine inneren Anteile dürfen da sein und sich ausdrücken: meine Freiheit, meine Neugierde, meine Verletzlichkeit, meine Berührbarkeit, meine Verzweiflung, meine Euphorie und meine Begeisterung. Mein Menschsein, Vatersein und Partnersein.
Antworten auf Lebensfragen finden – Warum das eigene Umfeld oft an Grenzen stößt
Echte Antworten auf die tiefen Lebensfragen entstehen erst dann, wenn man sich traut, überhaupt hinzusehen. Doch oft stellen wir fest: Im vertrauten Umfeld kommen wir damit nicht weiter.
Freunde geben uns meist die immer gleichen, gut gemeinten Ratschläge. Eltern und Verwandte sind emotional viel zu stark involviert. Sie meinen es gut, wollen das Problem aber oft zu schnell fixen oder Ratschläge überstülpen. Was es an diesem Punkt braucht, ist eine neutrale Sichtweise von außen. Ein geschützter, bewertungsfreier Raum für die großen Fragen, die uns im Inneren umtreiben:
„Was soll das Ganze hier eigentlich?“
„Was will das Leben mir damit sagen? Ich verstehe es einfach nicht.“
„So kann es doch nicht weitergehen! Das erkenne ich – und doch habe ich keine Ahnung, wie ich es lösen kann.“
„Ich will, dass das aufhört! Ganz einfach, aber wie bloß?“

„Ich habe doch schon so vieles probiert …“
Vielleicht erkennst du dich an genau diesem Punkt wieder: Du hast dich längst auf den Weg gemacht. Du warst vielleicht schon ein Jahr lang, alle zwei Wochen, bei einer Therapeutin. Ja, die Gespräche waren nett, sie ist toll, und ihr habt vieles aus deiner Kindheit ergründet. Aber verdammt noch mal: Diese Unklarheit, diese Wut, dieses tiefe Ich-weiß-nicht-wie-ich-damit-umgehen-soll ist immer noch da. Es ist einfach nicht konkret geworden.
Vielleicht hast du auch schon tausend andere Dinge ausprobiert. Du warst bei der Heilpraktikerin, hast Yoga gemacht und es mit Meditation versucht, aber nichts davon hat nachhaltig geholfen. Du hast mit so vielen Leuten darüber gesprochen, Regalmeter an Ratgeber-Büchern gelesen, dir Achtsamkeits-Apps heruntergeladen und vielleicht sogar KIs wie Gemini nach Antworten gefragt.
Aber alles führt am Ende nicht zu dem Punkt, an dem du wirklich inneren Frieden damit schließen kannst. Es fühlt sich an, als wäre es einfach nicht möglich.
Wenn Willenskraft es nicht mehr richtet
Und vor allem stehen wir oft an dem Punkt, an dem wir merken: Wenn Willenskraft es nicht mehr richtet.
Vielleicht kennst du das: Du hast dich schon hundertmal dazu ermahnt. Du hast es dir tausendmal vorgenommen – und bist tausendundeinmal daran gescheitert.
Du hast dich fest dazu entschieden, deine Kinder nicht mehr anzuschreien, wenn sie zum zehnten Mal nach etwas fragen.
Du hast dir so oft vorgenommen, nicht mehr in Tränen auszubrechen oder dich verletzt zurückzuziehen, wenn du kritisiert wirst.
Und trotzdem passiert es wieder. Du fragst dich verzweifelt: „Warum schaffe ich es nicht? Ich habe mich doch ganz klar dafür entschieden!“
Wie wir gemeinsam Antworten finden: Die Weisheit deiner Körperintelligenz
Der Grund für dieses Scheitern ist simpel: Wir versuchen, tief sitzende emotionale Muster ausschließlich über den vermeintlich logischen Verstand und reine Disziplin zu lösen. Doch wenn die Willenskraft an ihre Grenzen stößt, müssen wir andere Ressourcen anzapfen.
Genau das ist mein Ansatz, wie wir deiner Lebensfrage gemeinsam auf den Grund gehen: Wir beschränken uns nicht nur auf den Kopf, sondern nehmen deine Körperintelligenz als weitere entscheidende Ressource hinzu. Dein Körper speichert Emotionen, Stress und alte Schutzmechanismen ab, lange bevor der Verstand überhaupt begreift, was passiert.
In unserem gemeinsamen Prozess verbinden wir diese Ebenen:
Den sicheren, neutralen Rahmen schaffen
Ein Gegenüber von außen, bei dem alle Fragen, Zweifel und Gefühle unbewertet da sein dürfen.
Über die Disziplin-Falle hinausgehen
Durchschauen, wo reine Willenskraft dich blockiert und was dein Nervensystem dir durch deine Reaktionen eigentlich sagen will.
Körperintelligenz integrieren
Die Signale deines Körpers nutzen, um tief sitzende Reizmuster an der Wurzel aufzulösen, anstatt sie nur mental zu überdeckeln.

Aus dem ehrlichen Hinschauen entsteht Verstehen. Aus dem Verstehen entsteht echte Integration. Und aus der Integration erwächst die Freiheit und Gelassenheit, nach der du dich sehnst.
Heute gebe ich das weiter, was ich über die letzten Jahrzehnte selbst durchlebt und erfahren habe. Ich bin tief mit mir verbunden – mit allen charakterlichen Zügen, die da sind. Keiner wird mehr ausgegrenzt. Wenn ich mit mir selbst im Reinen, ganz ehrlich und verbunden bin, werde ich es automatisch auch im Außen sein: mit meiner Familie, meiner Partnerin und meinem gesamten Umfeld. Genau darum geht es im Leben.